Thema: Corporate Governance, Compliance und Korruption

Die Themen Corporate Governance, Compliance und Korruption stellen Unternehmen in Deutschland und Russland immer wieder vor Herausforderungen. In der Finanzkrise wurde der Vertrauensverlust der Aktionäre gegenüber den handelnden Managern besonders deutlich. Es sei Aufgabe von Corporate Governance, dieses Vertrauen wieder herzustellen, erklärte Prof. Dr. Georg Kämpfer, Mitglied des Vorstands der PricewaterhouseCoopers AG. Das Ziel von Corporate Governance sei es, einen rechtlichen und faktischen Ordnungsrahmen für Unternehmen zu schaffen.

Compliance und Corporate Governance seien untrennbar miteinander verbunden, betonte Gerd Becht, Senior Vice President Legal & Compliance, General Councel & Chief Compliance Officer der Daimler AG. Korruption gelte als eines der größten Risiken im Geschäft, welche das Image eines jeden Unternehmens nachhaltig schädigen könne. Darum warnte Becht: „Kein Geschäft der Welt ist es wert, den guten Ruf des Unternehmens und das Vertrauen unserer Kunden aufs Spiel zu setzen.“ Er appellierte an die teilnehmenden jungen Führungs­kräfte: „Die Managementebene muss den richtigen Ton vorgeben und vorleben.“ Dies sei eine Grundvoraussetzung, um über Compliance reden zu können und zu fordern, dass sich alle Mitarbeiter daran halten.

Auch Peter Eigen, Gründer von Transparency International und Vorstandsvorsitzender der Extractive Industries Transparency Initiative (EITI), machte deutlich, dass Korruption in den deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen ein wichtiges Thema ist: Im Jahr 2008 sei Russland im Transparency International Index von Platz 143 weiter auf Platz 147 der 180 indizierten Staaten gefallen. Dies sei eine katastrophale Entwicklung und “ein Platz, der einfach unangemessen ist für ein großes und traditionsreiches Land wie Russland“, mahnte er. Auch die Neigung russischer Unternehmen, im Ausland zu bestechen, schade der Reputation Russlands.

Der neue Präsident, Dmitri Medvedev, habe nun eine Initiative gegen Korruption ins Leben gerufen. Doch die Geschichte habe auch gezeigt, dass der Kampf gegen die Korruption in Russland mitunter für politische Schauprozesse missbraucht werde. Eigen blieb in seinem Resümee dennoch optimistisch: Der ganzheitliche Ansatz, der nun auch in Russland in Kraft trete, habe sich bewährt. „Prävention und Sanktionen, durch Institutionen und Regeln, müssen wie ein Mosaik zusammenspielen, um die Gesellschaft vor Korruption zu schützen“, erklärte Eigen.