Rahmenprogramm: Exkursion zum Karlsruher Institute of Technology (KIT)

Exkursion zum Karlsruher Institute of Technology (KIT)

Auch am Karlsruher Institute of Technology (KIT) ist Russland an einer Reihe von Kooperationsprojekten im Bereich der Digitalisierung beteiligt, wie die Seminarteilnehmer am Nachmittag während ihrer Exkursion nach Karlsruhe auf den KIT-Campus erfuhren. Dort gaben die internationalen Spitzenforscher Prof. Dr. Thomas Hirth, Vize-Präsident für Innovation am KIT, der Kryptologe Prof. Jörn Müller-Quade und die Informatikerin Prof. Jivka Ovtcharova Einblicke in neueste Forschungen zu den Themen Cybersecurity und Virtual Reality.

Seit in Karlsruhe Anfang der 1990er Jahre die allererste E-Mail in Deutschland ankam, gehört die Hochschule, an der einst auch der Physiker Heinrich Hertz unterrichtete, zu den ersten Adressen in Deutschland für Digitalisierung. Jedes Jahr entstehen am KIT 20 neue Start-ups, damit liegt die Karlsruher Hochschule Deutschland weit nach der TU München an zweiter Stelle. Die Hochschule ist global aufgestellt, unter den 26.000 Studenten und 5900 Beschäftigten liegt der Ausländeranteil über 20 Prozent. Mit Russland werden nach Auskunft von Professor Hirte aktuell 60 Projekte mit 30 verschiedenen russischen Forschungseinrichtungen umgesetzt.

Professor Müller-Quade beschrieb in seinem Vortrag die aktuellen Forschungen am KIT zum Thema Cybersecurity. Bei Verschlüsselungstechniken zur Absicherung von Systeme spielten Blockchains eine entscheidende Rolle, da es mit deren Hilfe möglich sei, einzelne, von Cyberangriffen betroffene Systembestandteile im Bedarfsfall so zu umgehen, dass das Gesamtsystem stabil bleibe. Die Entschlüsselung eines Systemteils führe damit nicht automatisch zur Entschlüsselung des gesamten Systems, die Sicherheit bliebe gewährleistet.

Die Informatikerin Prof. Jivka Ovtcharova führte die Seminarteilnehmer in das Thema „Lifecycle Engineering“ ein. In Karlsruhe wird dazu speziell an der Interaktion von Menschen und Maschinen geforscht und der Mensch stärker in die Konstruktion von Technik einbezogen („Human-centred engineering“). Im „Industrie 4.0 Collaboration Lab“ des KIT konnten sich die Seminarteilnehmer davon ein praktisches Bild machen und sich mit Hilfe einer Datenbrille auf einen Spaziergang durch eine virtuelle Fabrik begeben.