Internationale Personalwirtschaft

Über die Frage, ob der Einsatz von expats langfristig sinnvoll ist, diskutierten die Seminarteilnehmer mit Ralf W. Dieter, CEO der Dürr AG.

Für Dieter sind Entsendungen von Mitarbeitern ins Ausland ein wichtiges Instrument, um eine möglichst reibungsfreie Kommunikation zwischen Kunden, Ländergesellschaften und der Konzernmutter zu erreichen. „Denn trotz sozialer Medien bleibt der direkte Kontakt ganz wichtig“, so der Vorstandsvorsitzende des weltweit führenden Maschinen- und Anlagenbauers.

Die Bereitschaft zu Auslandseinsätzen lässt aber in Deutschland nach. Eine Herausforderung, der sich die Unternehmen durch individuelle Gestaltung der Entsendungen stellen müssen. „Insbesondere der Aspekt ‚Reintegration‘ ist hierbei sehr wichtig“, betonte Dieter.

Gut ausgebildete Fachkräfte sind ein wesentlicher Standortvorteil im internationalen Wettbewerb. Das System der dualen Ausbildung in Deutschland gilt durch die enge Verzahnung von Theorievermittlung an Berufsschulen und Anwendung in Unternehmen als Erfolgsmodell.

Für Jan Eggert, Leiter Aus- und Weiterbildung bei der BMW Group, liegt der klare Vorteil der dualen Ausbildung darin, dass diese dem Ausbildungsbedürfnis der Wirtschaft in hohem Maß entspricht. „Die Berufsschulen lehren, was die Unternehmen brauchen“, so Eggert. Duale Ausbildungssysteme funktionieren besonders gut, wenn auch die Kommunen eingebunden sind und es zu einem harmonischen Dreiklang Unternehmen-Berufsschule-Kommune kommt.

Die duale Ausbildung wird zunehmend zum Exportschlager. Auch Russland hat das deutsche Ausbildungssystem mittlerweile für sich entdeckt. „Die duale Ausbildung ermöglicht es, den bislang fehlenden Praxisbezug im russischen Berufsausbildungssystem zu überwinden“, so Boris Belkov, Mitglied der Arbeitsgruppe Branchenbeiräte des Nationalrates für Qualifikationen beim Präsidenten der Russischen Föderation. In einem präsidialen Pilotprojekt wurden zehn Regionen ausgewählt, in denen bis 2016 die duale Ausbildung eingeführt wird. Hinter diesem ambitionierten Projekt steht die Erkenntnis, dass schnellstmöglich über ein effizientes Ausbildungssystem die internationale Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität Russlands als Investitionsstandort erhöht werden muss. „Die duale Ausbildung ist bei uns angekommen. Wir können nicht länger warten, sonst sind wir zu spät dran“, unterstrich Belkov.