Workshops & Round Tables

In Workshops und Rundtisch-Gesprächen bearbeiteten die Seminarteilnehmer Fallstudien aus der Unternehmenspraxis und vertieften die Diskussion zu eigenständig gewählten Themen. Patrick Heymann, Regional Manager Russia and CIS bei der Swiss International Air Lines AG, präsentierte die Ergebnisse der Gruppe, die sich mit den westlich geprägten Unternehmenswerten auseinandersetzte und sprach von den Diskrepanzen der russischen und deutschen Arbeitsweise. Während in Russland ein „commitment to formalization“ zu beobachten sei und russische Mitarbeiter ungern Verantwortung übernähmen, sei die Arbeitsweise bei den deutschen Unternehmen weniger formal und von Werten geleitet. Den deutschen Mitarbeitern fiele es allerdings schwer, begangene Fehler einzugestehen.

Dr. Sergej Sumlenny, Deutschland-Korrespondent des russischen Wirtschaftsmagazins „Expert“, referierte zum Thema „Technologietransfer zwischen Deutschland und Russland – eine Einbahnstraße?“. Technologietransfer sollte hierbei nicht nur als Import von Maschinen oder Technologien verstanden werden, sondern auch als Austausch von Ideen und best practices, so Dr. Sumlenny. In diesem Zusammenhang sprach der russische Journalist vom Trend des sogenannten „brain return“ – der Rückkehr von gut ausgebildeten russischen Arbeitskräften aus dem Ausland nach Russland.

Die Gruppe von Rüdiger Wagner, Regional Sales Manager Russia & CIS bei der LLC SCHOTT Pharmaceutical Packaging Russia, warf einen Blick auf die Barrieren der täglichen Zusammenarbeit zwischen Russland und Deutschland. Die Belastung durch verschiedene Hindernisse wie zum Beispiel Bürokratie, Korruption, Visa, Infrastruktur, Protektionismus und Steuern, wurde für beide Länder verglichen. Bürokratie stelle in beiden Ländern eine Herausforderung dar, so Wagner. Im Unterschied zu Russland sei die Bürokratie in Deutschland allerdings besser strukturiert. Während die Unternehmen in der EU mit einem starken Protektionismus konfrontiert würden, gehöre Korruption in Russland zu den erheblichen Hindernissen.

Denis Korolev, Director Gas LNG & Power bei der NOVATEK Gas & Power GmbH, stellte die Ergebnisse der Diskussionsrunde zum Thema „Unternehmen als Förderer des bürgerschaftlichen Engagements“ vor. Noch vor zehn Jahren sei Corporate Citizenship in Russland weitgehend unbekannt gewesen. Dagegen spiele zivilgesellschaftliches Engagement der Mitarbeiter heutzutage eine große Rolle und werde von Unternehmen weitgehend gefördert. Die Förderung und Belohnung des Engagements der Mitarbeiter durch Unternehmen würde einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag leisten und wirke sich positiv auf der Entwicklung des Unternehmens aus.