Compliance

Die durch Rechtsverstöße ausgelösten Haftungsrisiken, Reputationsverluste und finanziellen Aufwendungen können für Unternehmen Existenz bedrohend sein. Daher sollte jedes Unternehmen organisatorische Vorkehrungen zur wirksamen und dauerhaften Befolgung aller gesetzlichen Regelungen und unternehmensinternen Richtlinien treffen und umsetzen.

Der Compliance-Berater Dr. Andreas Pohlmann und Diyas Assanov, Compliance Officer bei Siemens Russia LLC, schilderten am Beispiel des Unternehmens Siemens die Einführung eines stringenten Compliance Management Systems.

Als Antwort auf die Korruptionsaffäre im Jahr 2006 hat Siemens heute eines der vorbildlichsten Compliance-Systeme. Weltweit sorgen 500 Compliance Officers für die Umsetzung der Zero-Tolerance-Policy bei Verstößen gegen Gesetze oder unternehmensinterne Richtlinien.

Entscheidend für die Glaubwürdigkeit nach innen und außen im Kampf gegen Korruption ist laut Pohlmann vor allem „the tone from the top“. Wenn der Wille auf der höchsten Eben gegeben ist, ist es relativ einfach, Tools und Prozesse für Compliance auf allen Ebenen des Unternehmens einzuführen. „Viel länger dauert es aber, auch eine Integritätskultur im Unternehmen zu entwickeln und alle Mitarbeiter mitzunehmen“, so der ehemalige Compliance-Vorstand des Industriekonzerns Ferrostaal.

Der mögliche Verlust von Geschäftschancen durch regelkonformes Verhalten ist deutlich geringer als die Kosten, die durch Korruption entstehen können. So hat die Korruptionsaffäre im Jahr 2006 bei Siemens Kosten von 2,4 Milliarden Euro verursacht und es standen 150 Jahre erfolgreicher Unternehmensgeschichte auf dem Spiel.

Beide Referenten betonten, dass sich Investitionen in Compliance lohnen. „Compliance ist für Siemens inzwischen sogar ein Erfolgsfaktor in Russland“, so Assanov.