Eröffnung

Samstag, 11. Oktober 2008

Am Eröffnungsabend begrüßten die drei Veranstalter alle Teilnehmer und formulierten ihre Erwartungen an die Gespräche sowie die Gründe für deren Durchführung:

Besonders in Zeiten politischer und finanzieller Krisen bemühe sich die Robert Bosch Stiftung, die guten Beziehungen zwischen beiden Ländern zu sichern. Dies betonte Dr. Kurt Liedtke, Vorsitzender des Kuratoriums der Robert Bosch Stiftung GmbH, in seinem Grußwort. Das Ziel der Deutsch-Russischen Gespräche sei es, ein Forum für Diskussionen zu schaffen und neue Impulse zu setzen.

Prof. Dr. Joachim Milberg, Vorsitzender des Kuratoriums der BMW Stiftung Herbert Quandt, wünschte, dass die Teilnehmer aktive Botschafter der deutsch-russischen Freundschaft werden und warf zu Beginn der Gesprächswoche einige Fragen auf: „Wie gehen wir mit der zunehmenden Komplexität um, und wie entscheiden Akteure in unsicheren Zeiten?“ Er appellierte an die Teilnehmer: „Verantwortungsvolle Führungskräfte sollten Grenzen überschreiten.“ Dies könne nur gelingen, wenn sie in der Lage seien, ihren Blickwinkel zu verändern. Dazu wollten die Gespräche beitragen.

Ein wesentliches Ziel der Deutsch-Russischen Gespräche sei, dass die Teilnehmer untereinander ein Netzwerk bilden, unterstrich Prof. Dr. Klaus Mangold, Vorsitzender des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft. Bereits die Baden-Badener Unternehmergespräche hätten in der Vergangenheit gezeigt, wie wichtig informelle Beziehungen sind. An diese Tradition wollten die Deutsch-Russischen Gespräche anknüpfen. „Diese Woche in Baden-Baden ist ein Pilotmodell und es hängt von Ihnen ab, ob die Gespräche Kontinuität haben“, wandte er sich an die Teilnehmer der ersten Deutsch-Russischen Gespräche Baden-Baden und ermutigte sie, eine offene Diskussion zu führen.

Ehrengast Gerhard Schröder, Bundeskanzler a. D., betrachtete in seiner Eröffnungsrede die deutsch-russischen Beziehungen aus geopolitischer Perspektive. Gute bilaterale Beziehungen der beiden Länder leisteten einen wesentlichen Beitrag zum Frieden in Europa, und die meisten Russen fühlten sich Europa zugehörig. „Gerade angesichts der aktuellen Ereignisse muss unser Ziel sein, die wechselseitige Verflechtung zwischen unseren beiden Ländern in Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft weiterzuentwickeln.“ Die Energiezusammenarbeit, die Schröder besonders am Herzen liegt, beweise: Deutschland und Russland profitierten in gleichem Maße von einer Modernisierungspartnerschaft auf gleicher Augenhöhe. Das solle auch ein Kennzeichen der Deutsch-Russischen Gespräche werden.